Die Leiter der Neunkircher Gruppe, Jutta Gachot und Joseph Kohler, sind für die exzellente Planung unserer Seminarreisen bekannt. Die Gruppenmitglieder waren jedoch schon überrascht, als für das diesjährige Seminar die Jugendherberge in Homburg als Unterkunft gebucht wurde. Zwar hielten wir uns nicht für zu alt, aber die Erinnerung an Etagenbetten, 10-Personen-Zimmer und Toiletten auf dem Flur ließen uns doch zweifeln, ob eine Jugendherberge das Richtige für die Gruppe wäre. Gespannt machten sich 10 Mitglieder der Selbsthilfegruppe am 4. Oktober auf den Weg nach Homburg. Am Ziel angekommen erwartete uns ein feines Hotel, in dem kaum noch etwas nach Jugendherberge aussah. Die Zimmer waren großzügig eingerichtet, auch behindertengerechte Bäder mit bodengleichen Duschen waren vorhanden. Vor allem die Architektur mit Atrium, Lichtkuppel und Galerien hatte es uns angetan. Die Zeit vor dem Abendessen nutzten wir, um die Zimmer zu beziehen. Dabei zeigte sich bereits, wie unentbehrlich die mitgereisten Helfer Steffi und Dietmar für die weniger mobilen Gruppenmitglieder waren. Für Ihre hervorragende Hilfe beim Bewegen durch das Gebäude, bei den Mahlzeiten und bei der Körperpflege haben die beiden ein dickes Lob verdient.
Bei der Zusammenkunft der Gruppe am Abend wurde der Ablauf des nächsten Tages besprochen. Samstags war das Kernstück des Seminars geplant, eine mehrstündige Übung mit Herrn Reitz zum Thema Gruppendynamik. Herr Reitz ist bei der DMSG-Saarland angestellt, betreut als gelernter Schauspieler Theaterprojekte und gibt unter anderem Kurse in Körperwahrnehmung und Körpererfahrung. Begonnen hat der nächste Morgen aber mit der traditionellen Meditationsübung geleitet von Joseph Kohler. Mit viel Aufwand hatte Sepp den Gruppenraum am Abend zuvor mit einem herbstlichen Arrangement aus Blättern, Zweigen und Wurzeln dekoriert. Passend dazu konzentrierten wir uns auf die Farben des Herbstes in der Natur, musikalisch untermalt von der Morgenstimmung aus der Peer Gynt Suite. Als Anregung gab uns Sepp mit auf den Weg, über Tätigkeiten nachzudenken, die zweckfrei und dennoch sinnvoll sind. Hier schloss sich der Kreis, denn Meditieren gehört bestimmt zu diesen Dingen.
Dann übernahm Herr Reitz die weitere Gestaltung des Tages. Mit seinen Ausführungen wollte er uns vor Augen führen, wie wir in der Gruppe miteinander umgehen und wie wir Konflikte lösen. Dazu diente das NASA-Weltraumspiel, durch das wir von Herrn Reitz geführt wurden. Die gesamt Gruppe wurde dafür in Kleingruppen zu je drei Teilnehmern aufgeteilt. Es gab die fiktive Aufgabenstellung, dass ein paar Gestrandete nach einer Notlandung auf der dunklen Seite des Mondes ungefähr 300 km zum rettenden Mutterschiff zurücklegen mussten. Fünfzehn Gegenstände wie Kompass, Sternenkarte oder Wasserkanister standen zur Verfügung; und jedes Team sollte eine Rangfolge der Dinge nach Wichtigkeit aufstellen. Lebhaft wurde diskutiert darüber, was für den langen Marsch auf der Mondoberfläche wirklich gebraucht wird, und was völlig nutzlos ist. Am Ende des Spiels wurde die offizielle NASA-Lösung präsentiert und man konnte mit dem Ergebnis, das man in seiner Gruppe gemeinsam aufgestellt hatte, vergleichen. Interessanter noch als das Spiel selbst waren dann die nachfolgenden Gespräche. Wir lernten viel darüber, wie in unserer Gruppe Entscheidungen gefällt werden und was man tun kann, wenn zunächst keine Einigung zustande kommt.
Beim Abschlussgespräch am nächsten Vormittag haben wir spontan entschieden, die Jugendherberge Homburg auch für nächstes Jahr zu buchen. Ausschlaggebend dafür waren die gute Erreichbarkeit, die schönen Zimmer und das reichliche und gute Essen. Natürlich bedanken wir uns herzlich bei unseren Sponsoren von den verschiedenen Krankenkassen, die dieses Seminar erst ermöglicht haben.
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